aufgezeichnet von Wolfgang Pflicht, Meine
Alljährlich
um den Siebenschläfertag herum unternimmt die
Interessengemeinschaft
Historische VWs Braunschweig eine nostalgische Ausfahrt mit rollenden
Raritäten. Diesmal nahmen 15 Automobile mit 28 Fahrern und
Beifahrerinnen teil,
beispielsweise VW Käfer, VW 1600, VW Karmann Ghia, VW Bus und
Porsche. Die
ältesten Autos waren zwei VW Brezelkäfer aus dem Jahr 1950 im
Originalzustand,
und die weiteste Anfahrt hatte ein Fahrzeug aus Strümpfelbach bei
Stuttgart.

1.
Tag:
Frühmorgens trafen sich die Teilnehmer am
Braunschweiger Flughafen zur 16. traditionellen
Siebenschläferausfahrt nach
Mecklenburg-Vorpommern. Nach der Begrüßung und ersten
Ansagen wurde das
Roadbook verteilt und die Ausfahrt gestartet.

Die
erste Pause legten wir in Salzwedel im “Bürgermeisterhof” ein.
Beim Frühstück
im Innenhof ließ ein Vogel seine Exkremente über zwei
Tischen ab, das konnte
nur Glück für die Ausfahrt bedeuten.

In
Arendsee waren die Klosteranlage und die Seepromenade von Interesse.
Die
Weiterfahrt erfolgte in Richtung Werden, wo mit der Fähre die Elbe
überquert
wurde. Dann
ging es weiter bis Havelberg. Im Hotel und Gasthaus “Am Hafen”
ließen wir uns
das Mittagessen auf der Terrasse mit Blick auf die Havel gut schmecken.

Spätestens
bei Kyritz verließen die Fußballfans unter uns die
vorgegebene Route und
schwenkten zur Autobahn ab, um noch rechtzeitig den
WM-Fußballkrimi Deutschland
- Argentinien (5:3 n.E.) zu erleben. Die Planroute führte noch zu
einem
Fotohalt des Museumsbahnhofs Röbel/Müritz.

Nach
abwechslungsreicher Fahrt erreichten wir auf sorgfältig
ausgesuchten Land- und
Nebenstraßen unser Hotel für die nächsten zwei
Nächte, das “Van der Valk Resort
Linstow”. Beim
gemeinsamen Abendessen und danach wurden noch lange unterhaltsame
Gespräche
geführt.

2.
Tag: Mit dem
Schwung des ersten Tages und der
Begeisterung
für weitere unbekannte Straßen und Sehenswürdigkeiten
begann nach
dem Frühstück eine interessante Ausfahrt entlang der
Mecklenburgischen
Seenplatte. Zunächst ging es nach Waren an der Müritz. Die
Müritz ist mit 117
qkm Deutschlands größter Binnensee. Die
Besichtigung des Stadthafens und der Altstadt vermittelte uns
einen
Eindruck von der Schönheit dieser 22.000 Einwohner zählenden
Stadt. Ein
Werbespruch lautet: Baden, Segeln Kanu fahren – nirgends schöner
als in Waren.

Als
weitere Sehenswürdigkeiten gab es: Das Hotel “Schloss Klink”,
ehemaliges
Eigentum des Chefkommentators des DDR-Fernsehens Karl-Eduard von
Schnitzler,
Deutschlands einzigen TUI Robinson Club “Land Fleesensee”, das 5-Sterne
Radisson SAS Resort “Schloss Fleesensee” im Besitz der Familie von
Blücher
sowie die Inselstadt Malchow mit der ältesten Zugbrücke
Deutschlands und eine
Sommerrodelbahn.

Die
Ausfahrt führte weiter nach Drewitz und zum Drewitzer See zur
Besichtigung des
früheren Jagdhauses von Erich Honecker. Hier wurden wir bereits
vom
Hotelmanager erwartet, der uns anschließend interessante
Informationen zur
Geschichte der heutigen “Jagd- und Naturpark Residenz” gab. Sogar eine
“Menüauswahl Oltimertreffen” war vorbereitet.

Nach
dem Mittagessen ging es durch herrliche Landschaft nach Krakow. Nun
hieß es
Leinen los für die große Schiffsrundfahrt mit der
“Frauenlob” auf dem Krakower
See. Der Kapitän erklärte uns mit Kenntnis und Witz den See
mit Nebenseen und
Inseln. Vom Seeadler mit einer Flügelspanne bis 2,40 m und dem
kleineren
Fischadler war leider nichts zu sehen. Einige
Unentwegte ließen es sich nicht nehmen, noch einen Abstecher zur
Wasserburg
Ulrichshusen (Romantik pur) zu unternehmen, während andere direkt
den größten
Hotel-Indoor-Pool Deutschlands im Linstower “Van der Valk Resort” oder
die
Zimmerdusche zur Erfrischung ansteuerten. Wer wollte, konnte abends ein
weiteres Viertelfinale der Fußball-WM in Großbildprojektion
sehen. Der
Abend klang in geselliger Runde bei Benzingesprächen aus. Dabei
machte
folgender Witz die Runde: Jan Ullrich will jetzt heiraten. Seine
Auserwählte
heißt “Anna Bolika”, was zum Ausschluss bei der Tour de France
führte.

3.
Tag: Nachdem wir uns
am Frühstücksbuffet gestärkt hatten, traten wir nach
offizieller Verabschiedung
durch den Hotelmanager die Heimfahrt von Linstow an. Die Rückfahrt
führte
zunächst nach Schwerin. Dort wurde das eindrucksvolle Schloss mit
Schlossgarten
sowie die Anlegestelle der Weißen Flotte mit der Gaststätte
“Wallenstein”
besichtigt. Direkt vor dem Theater war die Freilichtbühne für
die
Schlossfestspiele aufgebaut, wo dieses Jahr La Traviata von Verdi zur Aufführung kommt. Das einzige
Negativereignis passierte in Schwerin, als ein passionierter Autolenker
ausgerechnet beim Spazierengehen stürzte und sich verletzte.

Weiter
ging es zum spätbarocken Schloss Ludwigslust. In der
weitläufigen Parkanlage -
etwa 150 Hektar - brachte ein
Spaziergang willkommene Auflockerung. Von
Lenzen aus setzten wir mit der Fähre über die Elbe und fuhren
durch das
Elbe-Urstromtal weiter nach Gartow, wo wir in den “Gartower
Seeterrassen” mit
Blick auf den Gartower See frischen Erdbeerkuchen und Kaffee genossen.

Danach
war allgemeine Verabschiedung zur individuellen Rückfahrt zum
Wohnort. Nach
mehr als 800 Kilometern erreichten die Braunschweiger ihren
Ausgangsort. Die
Oldtimerfreunde aus Braunschweig und Umgebung hatten drei interessante
und
erlebnisreiche Tage. Der herzliche Dank aller Teilnehmerinnen und
Teilnehmer
gilt Jürgen Kolle für die ausgezeichnete Organisation der
Ausfahrt. Als
Organisator wird man ja für alles verantwortlich gemacht, sogar
für das
herrlich warme Sommerwetter, das uns Hoch “Zorro” bescherte. Wir haben
in
diesen drei Tagen mehr von einem schönen Stück Deutschland
gesehen, als manch
ein Urlauber in drei Wochen.

Das
Wichtigste aber bleibt die Freude am Fahren der Oldtimer – ein
Retrotrip in die
Zeit des kräftezehrenden Autofahrens.